Porzellan – Die schöne Tischkultur

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Tisch gedeckt – eine traditionelle Tischkultur

Als Kind der 1970er Jahre bin ich mit Porzellan aufgewachsen. Heute oft verwendete Teller, Schalen und Schüsseln aus anderen Materialien gab es kaum, jedoch gab ein Tischgeschirr für den Alltag, eins für Sonntags und das besonders gute Tischservice für feierliche Anlässe. Alle Porzellanteller wurden gehütet und wenn ein Teller zerbrach, wurde er sofort durch einen neuen ersetzt. Das Tischgeschirr, entweder im 12er oder 24er Gedeck musste immer vollständig sein. Häufig war es so, dass jede Familie ihre eigene Tischkultur besaß, was das Porzellan anbetraf. So bekamen die Kinder bei der Heirat und somit bei dem Auszug in den eigenen Haushalt als Aussteuer Tischgeschirr geschenkt. Bevorzugt immer auch jenes Tafelservice, was die Eltern schon seit vielen Jahren auf den Tisch stellten. Langeweile kam dabei keinesfalls auf, denn so nahmen frisch Vermählte ein Stück von zuhause mit in den ersten eigenen Haushalt und ohnehin war seinerzeit die Auswahl nicht so üppig, wie wir es heute gewöhnt sind. Bei Familienfeiern bot sich an, dass alle Familienmitglieder kurzerhand ihr Familienporzellan mitbrachten und so war es problemlos möglich, auch bei sehr vielen Tischgästen immer eine wunderschöne und einheitliche Tafel einzudecken. Da es mit Besteck und Gläsern ebenso gehandhabt wurde, war es ein Leichtes, im Familienverbund und traditionell den Tisch zu decken. Eine nicht weniger schöne Erinnerung: ganz unkonventionell klebte jeder Haushalt unter jeden Porzellanteller, unter jede Sauciere, unter jede Porzellanschale und jede andere Porzellanware ein kleines Stück Heftpflaster, auf dem der Name des Besitzers stand. Verwechslung beim Tischservice war ausgeschlossen und nach dem erledigten Abwasch erhielten alle wieder ihre Teller, Schüsseln, Schalen und Tassen zurück.

Porzellan – das Weiße Gold

Nicht nur in den Familien hat Porzellan eine wichtige Bedeutung. Seine Geschichte geht zurück bis in Jahr 620, als die Porzellanherstellung im chinesischen Kaiserreich erfunden wurde. Erst viel später, nämlich Anfang des 18. Jahrhunderts gelang es in Europa, Hartporzellan zu fertigen, welches dann als Meissener Porzellan berühmt wurde. Edles Tischservice wird auch als das „Weiße Gold“ bezeichnet, auch, wenn es längt nicht immer Weiß ist, das auf den Tisch kommt. In nahezu allen Ländern dieser Erde sind zierende Dekors auf feinstem Tischgeschirr Usus. Der europäische Wunsch, Gold im Labor nachzustellen, misslang. So wurde das Laboratorium einfach umgestaltet, um sich in der Porzellanherstellung zu versuchen. Dies gelang im Jahre 1706 und so entstand das Böttgersteinzeug, das eine charakteristische Rotfärbung aufwies. Zwei Jahre später folgte dann unter der Verwendung weißer Erde erstmals das uns heute bekannte Porzellan, das so genannte Weiße Gold.

Kaffeetasse Wildrose Villeroy & Boch
Kaffeetasse Wildrose Villeroy & Boch

Die wichtigsten Porzellanhersteller

Zweifelsohne fallen jedem auf Anhieb einige der großen Namen ein, wenn es um traditionelle Porzellanherstellung geht:

  • Meissen
  • Fürstenberg
  • Nymphenburg
  • Villeroy & Boch
  • Rosenthal

Viele von uns sind in der Kindheit und in der Jugend mit Tischgeschirr wenigstens einer dieser großen Marken aufgewachsen. Bei mir war es vor allem das Villeroy & Boch Porzellan Wildrose, was an jedem Sonntag zum Mittagessen und zu Kaffee und Kuchen die Tafel zierte. Zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen und Kommunionsfeiern kam ein Goldrand bestücktes Porzellan in feinstem Weiß auf den Tisch. Der Alltag war bestimmt vom Hutschenreuther Zwiebelmuster; ein eher rustikales Tischgeschirr, bei dem blaues Zwiebelmuster auf weißem Porzellan zierte.

Porzellan kommt in die Moderne

Nach all den Jahren hat schönes Porzellan als Tischgeschirr nichts an Beliebtheit eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Waren noch in den 1980er und 1990er Jahren billige Porzellanware, Buntkeramik und Glasgeschirr angesagt, erlebt hochwertiges Tischgeschirr aus feinem Porzellan eine stets wachsende Begeisterung. Das Tischservice soll hochwertig und optisch anspruchsvoll sein. So gibt es beispielsweise aus der Rosenthal Versace Linie wundervolle und sehr dekorative Porzellanteile mit wunderschönem Barockmuster, mit dem das Jahr des Drachen gehuldigt werden soll. Wundervoll auch die Kollektion Versace Medusa Platin, die farblich jede edle Tafel exklusiv ergänzt. Auch das Haus Villeroy & Boch setzt moderne Trends, wenn es um schöne Serviceteile geht. Eine schöne Linie wurde mit der Porzellanserie Anmut eröffnet, bei der strahlend schönes Weiß auf geschwungene Formen trifft. Es folgen dazu aus der Anmut Tischservice Linie auch:

  • Asia
  • Bloom Graphic Geometry
  • Flowers
  • My Colour
  • Plantinum
  • Universal

Sanfte Dekore oder farbenfrohe Muster ergänzen dann Porzellantassen, Porzellanteller usw. der Anmut Linie. Für Anhänger des handgefertigten Keramiklooks steht aus dem Hause Villeroy & Boch zum Beispiel die Farmhouse Touch Blueflowers Porzellanserie zur Auswahl, oder die die sehr moderne Urban Nature Linie, die mit raffinierten Designideen aufwartet. Raffiniertes Tischzeug ist auch die Serie Five Senses von Kahla, die Top Life WEISS / UNI Kollektion von Seltmann Weiden und all die vielen anderen Porzellanserien, die modern jeden gedeckten Tisch phantastisch in Szene setzen.

Quelle Artikelbild: www.tableware24.com

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